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Zukunft der Arbeit

Sonntag, Januar 18th, 2009

Vor 20 Jahren, als ich meinen ersten Arbeitstag hatte, hätte ich mir nicht vorstellen können, dass mein Arbeitstag durch E-Mails und Nachrichten auf der Mailbox des Handys gesteuert wird. In der gleichen Situation sind wir heute, wenn wir den Blick in die Arbeit der Zukunft werfen.

Wie gestaltet sich der Arbeitsalltag in 20 Jahren?

Auf diese Frage gibt es keine eindeutige Antwort. Jedoch lassen sich einige Trends aufzeigen, welche die Arbeitssituation in Zukunft bestimmen. Und dieses sind:

Büros: Der Trend geht dazu, die Kosten für Büros zu minimieren. Erste Zeichen davon sind Großraumbüros, Heimarbeitsplätze und Desksharing; flexible Arbeitsplätze, bei denen jeder Mitarbeiter nur einen Rollcontainer hat, den er jeden Tag wieder an einen neuen Schreibtisch andocken muss. Der Trend zu einem immer billigeren Arbeitsplatz kann aber auch seine positiven Seiten haben. Markus Albers beschreibt in seinem Buch „Morgen komme ich später rein“ Arbeitsplätze im Kaffeehaus oder im Grünen. Udo Ernst-Haner vom Frauenhofer Institut für Arbeitswirtschaft und Organisation bestätig diesen Trend. Jedoch für ihn hat auch das Büro noch nicht ausgedient. Es bleibt weiter notwendig als Austauschort und Arbeitsraum für Teams.

Freizeit und Arbeit: Noch immer gibt es Leute, die Beruf und Freizeit trennen. Sie wollen in der Freizeit von der Arbeit verschont bleiben. Eine Selbstverständlichkeit für die Arbeitnehmer des letzten Jahrtausends. Jedoch auch heute gibt es schon viele Arbeitnehmer, die ihr Handy mit nach Hause nehmen um auch am Feierabend erreichbar zu sein. In vielen Unternehmen ist es auch eine Selbstverständlichkeit. das Notebook mit nach Hause zu nehmen und von dort Dinge zu erledigen. Arbeitszeit und Freizeit beginnt zu verschimmen. Dieser Trend wird sich verstärken. Er geht zur ständigen Erreichbarkeit. Und somit wird es bald selbstverständlich sein, dass einen Teil der Arbeit zu Hause und in der Freizeit zu erledigen.

Kommunikationstechnik: Telefon und Schreibmaschine als Kommunikationsmittel gehören schon lange der Vergangenheit an. Handys, Blackberrys und Notebooks lassen schon erkennen, wie die Kommunikationstechnik der Zukunft aussieht. Es wird möglich jede Information in jedem Format an jedem Ort und jeder Zeit zur Verfügung zu haben. Mitarbeiter, die diese Techniken souverän beherrschen und damit ihre Arbeit effektiv organisieren können, sind eindeutig im Vorteil gegenüber Technikmuffeln.

Jobs für Alle: Arbeitsplätze sind keine soziale Einrichtungen. Sie werden geschaffen, wenn es Arbeit gibt und abgebaut, wenn Arbeit fehlt. Die Frage ist: Wird es in Zukunft Arbeitsplätze für alle geben? Diese Frage kann kaum beantwortet werden. Sicher ist aber, dass immer weniger Reserven für ein sogenanntes „Puffern“ von Arbeitsplätzen beispielsweise durch Weiterbeschäftigung bei Umsatzrückgang, Kurzarbeit oder Verzicht auf betriebsbedingte Kündigungen bestehen. Die Zahl und Qualität der Arbeitsplätze wird schneller als bisher an den Bedarf angepasst werden müssen. Eines ist jedoch zumindest auch kurzfristig sicher: Mitarbeiter über 50 werden wieder eine Chance bekommen. Reinhard Opaschowski, Autor des Buches Deutschland 2030, ist überzeugt, dass die Berufserfahrung in Zukunft wieder etwas zähle.

Fazit:

So banal es ist: Einiges in unserer Arbeitswelt wird besser, anderes dafür auch schlechter. Vor allem die Flexibilisierung von Arbeitsort und Arbeitszeit hat ihre positive Seite, aber auch Schattenseiten. Beruf und Familie werden dadurch besser vereinbar. Aber mit dem Preis, dass sich auch die Arbeitswelt in das Familienleben hineindrängt. Vielleicht ist in 20 Jahren selbstverständlich, dass man zwischen Vor- und Hauptspeise bei einem Festmahl noch schnell eine Kundenanfrage beantwortet?

Bücher zu diesem Thema:

Horst W. Opaschowski: Deutschland 2030

Markus Albers: Morgen komm ich später rein