Archive for Januar, 2009

Umdenken: Kommunikation im Web 2.0

Samstag, Januar 24th, 2009

Bewerber und Recruiter haben das Web 2.0 entdeckt. Homepages von Bewerbern, Assessments im Internet und aktives Networking helfen mit einen neuen Job oder Mitarbeiter zu finden. Das Internet hat die Welt verändert. Theoretisch kann jeder mit jedem zu jeder Zeit und an jedem Ort kommunizieren. Die Nutzer des Internets und seiner Möglichkeiten sind Produzent und Konsumenten zugleich. Während die Möglichkeiten für die Kommunikation im Internet zunehmen, bleibt das Kommunikationsverhalten hinter diesen Möglichkeiten zurück, vor allem dann, wenn es um die eigene Selbstdarstellung im Web geht.

Sichtbarkeit im Netz bringt viele Vorteile, aber nur dann, wenn man sich selbst in das richtige Licht setzt. Eine eigene Homepage oder ein eigener Blog sind Medien der Selbstdarstellung, die helfen Kunden oder einen neuen Job zu finden. Sie können aber auch zum Bumerang werden, wenn Regeln für die Kommunikation im Web 2.0 nicht eingehalten werden.. Mit jedem Kommentar in einem Blog oder Forum zeigt der Autor seine Kompetenz, aber auch durch die Art und Weise der Darstellung sagt er viel über sich selbst aus. Dabei kommt es darauf an, sich bei seiner Zielgruppe mit seinen Leistungen zu zeigen und aus der Informationsflut hervorzuheben. Wer die Regeln und Möglichkeiten des Selbstmarketing im Web 2.0 kennt, kann sich schnell mit seinen Leistungen sichtbar machen und so von seinen Konkurrenten und Kollegen positiv abheben.

Die Kommunikation im Web 2.0 erfordert einen Paradigmenwechsel in der Kommunikation und im Selbstmarketing. Kommunikation im Netz kennt keine Intimität und jeder Netzteilnehmer wird zur öffentlichen Person. Die Kommunikation hat immer eine Außenwirkung und ist immer ein Teil der eigenen Selbstdarstellung.

Und dies hat folgende Konsequenzen:

Aktive Selbstkundgabe statt passiver Reaktion. Jeder bestimmt selbst, wie er im Internet wahrgenommen werden will. Dazu muss man aber selbst wissen, wie man sich zeigen will.

Neugier statt Vertrauen auf Bewährtes. Das heißt nicht nur neugierig ist, welche Möglichkeiten das Web 2.0 bietet, sondern vor allem neugierig auf die Inhalte und Menschen im Web.

Professionalität punktet. Kommunikation im Netz kann alle Sinne bedienen. Nicht nur Text und Bilder gehören heute zum Standard. Podcasts und Videoblogs bieten weitere Möglichkeiten. Jedoch nur, der der diese Medien professionell bedienen kann, rückt sich in ein gutes Licht.

Kommunikationsfähigkeit im Web entwickeln statt übertragen von bewährten Mustern. Nicht nur die Inhalte prägen das eigene Profil, sondern auch die Art und Weise wie diese mit den Möglichkeiten des Web 2.0 präsentiert werden.

Kreativität und Innovation statt Standard. Im Web 2.0 heben sich die hervor, die etwas anders oder anderes machen.

Persönlichkeit ist gefragt. Der Status aus anderen Zusammenhängen ist nur begrenzt übertragbar. Das Web ist eine eigene Welt. Hier sind erste ein Mal alle gleich. Der Status im Web muss durch Persönlichkeit und eine Profile im Web erworben werden.

Zu diesem Thema habe ich auf dem Lernforum Großgruppenarbeit am 26.01.2009 einen Workshop angeboten. Das Protokoll des Worshops können Sie sich herunterladen.Kommunikation im Web 2.0

Zukunft der Arbeit

Sonntag, Januar 18th, 2009

Vor 20 Jahren, als ich meinen ersten Arbeitstag hatte, hätte ich mir nicht vorstellen können, dass mein Arbeitstag durch E-Mails und Nachrichten auf der Mailbox des Handys gesteuert wird. In der gleichen Situation sind wir heute, wenn wir den Blick in die Arbeit der Zukunft werfen.

Wie gestaltet sich der Arbeitsalltag in 20 Jahren?

Auf diese Frage gibt es keine eindeutige Antwort. Jedoch lassen sich einige Trends aufzeigen, welche die Arbeitssituation in Zukunft bestimmen. Und dieses sind:

Büros: Der Trend geht dazu, die Kosten für Büros zu minimieren. Erste Zeichen davon sind Großraumbüros, Heimarbeitsplätze und Desksharing; flexible Arbeitsplätze, bei denen jeder Mitarbeiter nur einen Rollcontainer hat, den er jeden Tag wieder an einen neuen Schreibtisch andocken muss. Der Trend zu einem immer billigeren Arbeitsplatz kann aber auch seine positiven Seiten haben. Markus Albers beschreibt in seinem Buch „Morgen komme ich später rein“ Arbeitsplätze im Kaffeehaus oder im Grünen. Udo Ernst-Haner vom Frauenhofer Institut für Arbeitswirtschaft und Organisation bestätig diesen Trend. Jedoch für ihn hat auch das Büro noch nicht ausgedient. Es bleibt weiter notwendig als Austauschort und Arbeitsraum für Teams.

Freizeit und Arbeit: Noch immer gibt es Leute, die Beruf und Freizeit trennen. Sie wollen in der Freizeit von der Arbeit verschont bleiben. Eine Selbstverständlichkeit für die Arbeitnehmer des letzten Jahrtausends. Jedoch auch heute gibt es schon viele Arbeitnehmer, die ihr Handy mit nach Hause nehmen um auch am Feierabend erreichbar zu sein. In vielen Unternehmen ist es auch eine Selbstverständlichkeit. das Notebook mit nach Hause zu nehmen und von dort Dinge zu erledigen. Arbeitszeit und Freizeit beginnt zu verschimmen. Dieser Trend wird sich verstärken. Er geht zur ständigen Erreichbarkeit. Und somit wird es bald selbstverständlich sein, dass einen Teil der Arbeit zu Hause und in der Freizeit zu erledigen.

Kommunikationstechnik: Telefon und Schreibmaschine als Kommunikationsmittel gehören schon lange der Vergangenheit an. Handys, Blackberrys und Notebooks lassen schon erkennen, wie die Kommunikationstechnik der Zukunft aussieht. Es wird möglich jede Information in jedem Format an jedem Ort und jeder Zeit zur Verfügung zu haben. Mitarbeiter, die diese Techniken souverän beherrschen und damit ihre Arbeit effektiv organisieren können, sind eindeutig im Vorteil gegenüber Technikmuffeln.

Jobs für Alle: Arbeitsplätze sind keine soziale Einrichtungen. Sie werden geschaffen, wenn es Arbeit gibt und abgebaut, wenn Arbeit fehlt. Die Frage ist: Wird es in Zukunft Arbeitsplätze für alle geben? Diese Frage kann kaum beantwortet werden. Sicher ist aber, dass immer weniger Reserven für ein sogenanntes „Puffern“ von Arbeitsplätzen beispielsweise durch Weiterbeschäftigung bei Umsatzrückgang, Kurzarbeit oder Verzicht auf betriebsbedingte Kündigungen bestehen. Die Zahl und Qualität der Arbeitsplätze wird schneller als bisher an den Bedarf angepasst werden müssen. Eines ist jedoch zumindest auch kurzfristig sicher: Mitarbeiter über 50 werden wieder eine Chance bekommen. Reinhard Opaschowski, Autor des Buches Deutschland 2030, ist überzeugt, dass die Berufserfahrung in Zukunft wieder etwas zähle.

Fazit:

So banal es ist: Einiges in unserer Arbeitswelt wird besser, anderes dafür auch schlechter. Vor allem die Flexibilisierung von Arbeitsort und Arbeitszeit hat ihre positive Seite, aber auch Schattenseiten. Beruf und Familie werden dadurch besser vereinbar. Aber mit dem Preis, dass sich auch die Arbeitswelt in das Familienleben hineindrängt. Vielleicht ist in 20 Jahren selbstverständlich, dass man zwischen Vor- und Hauptspeise bei einem Festmahl noch schnell eine Kundenanfrage beantwortet?

Bücher zu diesem Thema:

Horst W. Opaschowski: Deutschland 2030

Markus Albers: Morgen komm ich später rein